Was wir bei den Olympischen Spielen in Sotschi gegessen haben

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Ein olympisches Teammitglied aus Großbritannien serviert in der Cantina im Mountain Olympic Village in Sotschi Essen. (Sergei Ilnitsky/European Pressphoto Agency)

SOCHI, Russland —Das haben wir bei den Olympischen Spielen gegessen: Blumenkohl und Rosenkohl, Spaghettihaufen, Chinakohlstapel, gemischt mit Mittagsfleisch und Mayonnaise, gebratenes Hühnchen, gekochter Fisch, kalte Kidneybohnen, Rüben, Rüben und Rüben.

Und das war nur zum Frühstück.

Tausende von Menschen schwebten in den letzten zwei Wochen oder so in der olympischen Blase – Freiwillige, Journalisten, die Mitarbeiter, die alles am Laufen hielten – und sie mussten essen. Die Nachricht ging an Hotelküchen und Cafeterias in ganz Sotschi:

Mehr Quark für die Massen!

Vielleicht enthielt der tägliche Frühstücksaufstrich deshalb ausnahmslos ein großes Tablett voller dicker, weißer Sachen, die mit Quarkmasse beschriftet waren, manchmal auch verschönert, wie in Quarkmasse mit Spinat. Eine genaue Untersuchung ergab, dass es sich um Tvorog handelte, einen in Russland sehr beliebten Käse. Eines Nachts muss die Übersetzungspolizei den Ort durchsucht und dem Gericht eine neue Identität gegeben haben. Wussten Sie nicht, dass es viel appetitlicher wird, wenn es zu Hüttenkäse wird?

Seltsam beim Frühstück. Essen die Russen so? Nicht zu Hause. In Eigenregie bereiten sie eine herzhafte Schüssel Kasha, einen Brei aus Buchweizen, zu oder essen duftendes Schwarzbrot mit Käse- und Salamischeiben. Sicherlich verbrauchen sie ihren Anteil an Eiern. Lebensmittel verkaufen Eier in Packungen mit bis zu 30 Stück, und die Käufer stapeln sie in Karren.

Auch hier in Sotschi tauchten Eier auf. Die frittierten waren schnell verschwunden. Oft waren es Kaufen - dünne Pfannkuchen. Eines Tages erschien Chakhragina – ein flacher Kuchen mit zerkleinertem Rübengrün, das zwischen dünnen Teigschichten liegt. Es ist ein Gericht, das man oft in den Bergen des Nordkaukasus findet, und vielleicht war es weit weg von zu Hause. Es ist nie zurückgekehrt.


Ein typisches südrussisches Gericht aus Schweineschaschlik mit Zwiebeln und Koriander auf Lavash-Brot umfasst eine Beilage von Satsebeli, einer georgischen Tomatensauce, und georgischem Khachapuri, einem mit Käse überbackenen Brot in Sotschi. (Will Englund/ALES)

Russisches Essen ist wunderbar und Rüben stehen ganz oben auf der Liste der Genießer. Zweifellos würden Sie zustimmen, wenn Sie jemals Hering unter einem Pelzmantel probiert haben. Das ist Hering, bedeckt mit gehacktem Gemüse und einer Schicht Rüben darüber – dem Pelzmantel. Obwohl etwas daran sagt, bitte nicht vor Mittag servieren.

Das Frühstück hatte bei den Olympischen Spielen eine ziemlich breite Definition. Es wurde von 5 Uhr morgens bis mittags serviert und sollte die Menschen in allen möglichen Schichten unterstützen. So hatten die Gäste, die nach der Arbeit bis zum Morgengrauen in ihr Hotel zurückkehrten, nur wenige Beschwerden über die Stapel von Oliven und Gurken, den Kartoffelsalat und die Hot Dogs.

Auf das Mittagessen. Für diejenigen, die bei den Olympischen Spielen arbeiteten, war es, als ob sie Tag für Tag in einem riesigen Kongresszentrum gefangen wären, mit Freizeit bei Veranstaltungen für gutes Benehmen. Das riesige Medienzentrum bereitet sich auf sein zukünftiges Leben als Einkaufszentrum vor. Es hat bereits einen Food Court.


Borschtsch ... (Mike Wise/ALES)
oder BigMac? (Kathy Lally/ALES)

Borscht war dort der Publikumsliebling. Ansonsten war das Essen im Kongresszentrum langweilig und teuer: Cola und eine Ofenkartoffel, 6,50 Dollar. Nach ein paar Tagen wurden die Gelübde, auf der Suche nach einer besseren Ernährung auf Fast Food zu verzichten, schuldbewusst vergessen. Ein neues Mantra wurde immer wieder überhört: Ich habe in 20 Jahren nicht so viele McDonald's-Mahlzeiten gegessen.

Der Big Mac wurde zum Gourmettraum, Pommes zum lukullischen Genuss. Und bald hörten alle auf, sich darüber zu beschweren, 85 Cent für ein kleines Fläschchen Ketchup bezahlen zu müssen.

Es gab glorreiche Fluchten, als sich die olympischen Bewohner aus den Zäunen in die Stadt stürzten und verführerischen Aromen zu geräuchertem russischem Lachs und Kaviarpizza folgten. Sie schwärmten von georgischem Khachapuri – die Beschreibung als mit Käse gefülltes Brot bietet wenig Sinn für seine Wunder. Sie bestaunten gegrilltes Fleisch auf Spießen, die als Schaschlik bekannt sind, und die Pelmeni – mit Fleisch gefüllte Teigtaschen in saurer Sahne.

Also, wer beschwert sich?

Und nimm das. Mit Tausenden auf dem Weg nach draußen – die Olympischen Spiele enden am Sonntag – sind die Hotels fast fertig. Erst neulich freute sich ein Gast über das Erscheinen einer Nachttischlampe samt Glühbirne. Dann kamen Duschvorhänge. Die Klempnerarbeit ist fest. Einige der berüchtigten Doppeltoiletten haben neu installierte Trennwände.

Wenn die Spiele im März statt Anfang Februar begonnen hätten – nein, sag das nicht. Worüber hätten wir dann zu Hause lachen müssen?