Album-Rezension: Lil Wayne, Tha Carter IV

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Lil Waynes neuestes Werk ist eine Enttäuschung. (Foto von Nabil)

Nun hat der 28-Jährige mit seinem enttäuschenden neunten Album Tha Carter IV den Fuß vom Gaspedal genommen. Und der Zeitpunkt ist nicht gut. Tha Carter IV kommt nach einer verpatzten Linkskurve eines Albums, seinem katastrophalen Rap-Rock-Experiment Rebirth aus dem Jahr 2010 und einer karrierehemmenden Gefängnisstrafe auf Rikers Island, wo er acht Monate wegen Waffenbesitzes abgesessen hat.

Aber wer hat nicht mit einem Nach-Gefängnis-Opus gerechnet, als Wayne im Dezember die schillernde Lead-Single 6 Foot 7 Foot des Albums veröffentlichte?

Über einem donnernden, klappernden Beat krächzte er Schnellfeuerprahlereien und behauptete sich erneut als triumphaler Außenseiter-Superheld des Hip-Hop: So missverstanden, aber was ist die Welt ohne Rätsel? (Später im Lied lässt er ein noch trippigeres Koan fallen: Echte Gs bewegen sich schweigend wie eine Lasagne.)

7 Tage zu sterben Aufzug

(Mit freundlicher Genehmigung von Universal Republic)

Es ist schwer, diese Worte für die verbleibenden 16 Tracks aus dem Kopf zu spülen. Wayne klingt durchgehend darüber und imitiert die faulsten Kadenzen der Akolythen, die bei seinem Label Young Money unterschrieben haben.

Fantasievolle Couplets entstehen wie zufällig. Ich berühre den Himmel / Hole mir die Wolken aus den Fingernägeln, erklärt er über dem seltsamen Jazz von Nightmares of the Bottom. Es ist die Art von verträumtem Bild, das seine Verse überrollte. Hier fühlt es sich an wie ein Osterei.

Ben und Jerrys verschwitzte Eier

Der größte Hauch kommt von Präsident Carter, einer Oval Office-Fantasie, die vor Versprechen prickelt. Die Musik ist großartig – eine funkelnde Harfe, die über einem stimmungsvollen Boom-Bap-Beat schwebt – bietet aber dennoch genug klanglichen Raum für Wayne, um das Geschehen mit Grübeln über Macht, Prestige und Politik zu überfluten.

Statt Gas zu geben, lässt er seine Räder durchdrehen. Seine Verse sind nichts anderes als umständliche Prahlereien, hartes Reden und ein paar missbräuchliche politische Initiativen. Ich verwandle die Sterne auf der Fahne in Kreuze, er rappt. Anstatt uns zu verpflichten, beten wir jetzt. Dann gratuliert er sich mit einem steinernen Kichern.

Beten wir, dass er sich nicht endgültig in Mittelmäßigkeit eingelebt hat.

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EMPFOHLENE STRECKE: 6 Fuß 7 Fuß

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